Selbst-Vertrauen

Wenn man ein Ziel erreichen will, gibt es eigentlich zwei Hauptzutaten: Ausdauer und Disziplin. Vielleicht noch eine dritte: Geduld. Wenn man denn noch eine vierte nennen dürfte, wäre es wohl Willenskraft. Also: Alles ganz einfach: Man setzt das Ziel und dann wendet man die 2,3,4 an und erreicht es.

Das ist schon schwer genug, was aber, wenn man auf dem Weg plötzlich merkt: Das Ziel passt gar nicht? Muss man dann dran festhalten, nur weil man es sich mal gesetzt hat? Sollte man es dann anpassen, weil man ja schliesslich durch den Weg etwas gelernt hat und es drum für unpassend hält?

Ändert man die Zielvorgaben für etwas, wovon man anderen schon erzählt hat, birgt das immer Risiken: Sie fanden so von aussen das Ziel gut und sahen dich drin. Und sie verstehen nicht, wieso du das nun änderst. Sie versuchen, von ihrem Standpunkt aus zu argumentieren. Nicht immer einfach, dem gewachsen zu sein. Ab und an ändert man Ziele aus dem Grund nicht, um niemanden zu enttäuschen. Und man fürchtet, wenn man etwas plötzlich nicht mehr will, könnte man das Gesicht verlieren. Ab und an trampelt man aber auch aus reiner Bequemlichkeit weiter – man ist ja schon da, es ging bislang gut, wieso hinterfragen.

Sind all das Gründe für einen eigenen Weg, den man sich selber aussuchen kann und will? Wohl kaum. Wie oft aber bestimmen genau die Punkte diesen Weg? Und ich spreche hier nicht von den Pflichten des Alltags, wo man oft kaum eine Wahl hat, ich spreche von den Wegen, die nur von der eigenen Entscheidungskraft abhängen.

Wie oft geben wir Faktoren die Macht, unseren Weg zu bestimmen, die ausserhalb unseres Selbst sind? Wie oft stecken wir zurück, um Erwartungen zu erfüllen, niemanden zu enttäuschen, das Gesicht zu wahren?

Klar, ab und an wollen wir Wege verlassen, weil wir vorübergehend frustriert sind, wollen aufgeben, weil wir die Hoffnung verlieren, obwohl wir den Weg eigentlich mögen. Ich sage nicht, dass wir niemandes Argumente anhören sollen. Ich sage auch nicht, dass die Argumente zwingend falsch sind. Es sind aber die Argumente anderer. Ab und an muss man einen Weg verlassen, um dann zu merken, dass er eben doch richtig war. Und wenn man es nie merkt, war es vielleicht nicht der richtige. Erzwingen lässt sich wenig. Wege muss man mit dem Herzen gehen. Auch durch Täler und Tiefs. Ab und an muss man durchbeissen. Ab und an braucht man auch eine Pause. Um dann klarer zu sehen.

Was wirklich ist, weiss man nur selber. Wieso traut man sich oft so wenig?

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6 Kommentare zu „Selbst-Vertrauen

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