Selbst-Akzeptanz

„Sei dir selbst ein Licht.“ Buddha

IMG_4518Kürzlich sah ich einen Artikel, wie man in den sozialen Medien mehr Klicks erreichen könnte. Nur schon der Titel wirft so viele Fragen auf: Worum geht es in den sozialen Medien überhaupt? Ist es zwischenmenschlicher Austausch oder Werbemaschine? Kann man beides wirklich ehrlich verbinden? Was sagen die Klicks über einen aus? Und über das eigene Profil? Und: Wo ist die Schnittstelle zwischen beiden?

Sind Klicks eine Bestätigung? Heissen viel Klicks, dass ich gut bin? Was, wenn sie ausbleiben? Was habe ich falsch gemacht? Was ist an mir falsch? Und wie gehe ich damit um, wenn sie nicht nur ausbleiben, sondern ich auch noch negative Kommentare kriege? Verletzende Kommentare? Wie ernst muss ich die nehmen? Wie kann ich drüber stehen?

Als ich einmal ein Bilder einer Asana einstellte, meinte ein Mann, das sähe erotisch aus. Andere fanden, ich solle mal was essen, nicht nur turnen. Überhaupt scheinen Körperformen ein grosses Thema zu sein. Ich las von „Skinny Bitches“, hörte Spott über dünne Frauen, dass die eh nur den Finger in den Hals stecken (wenn es so wäre, wären sie krank – ein Grund, sie zu verspotten?), nur an Salatblättern knabbern würden oder sonst (ess-)gestört seien. Ich merkte, wie mich das immer mehr traf. Ich fing an, meine Bilder unter diesen Gesichtspunkten anzuschauen. Hatte ich sie vorher mit Freude gemacht, fragte ich mich nun vermehrt, wer was darin sehen, wo man mich angreifen könnte. Ich fing an zu überlegen, wie ich mich besser kleiden könnte, damit gewisse Stellen kaschiert werden, mich quasi verstecken könnte in Kleidern. Ich fragte mich, wie ich Bestätigung und nicht Verletzungen kriegen könnte.

Und plötzlich merkte ich, was ich da tat: Ich liess den Stimmen von Menschen, die ich mehrheitlich nicht mal kannte, so viel Raum und so viel Macht, dass sie mich tief beschäftigen und treffen konnten. Ich hoffte natürlich auch förmlich darauf, dass jemand käme und alles widerlegte, mir sagte, dass ich schon ok sei, wie ich sei. Nur, wer könnte das tun, so dass ich es glaube?

Jeder hat seien Körper und sollte stolz darauf sein dürfen. Ich mag meinen Körper, ich bin ihm auch sehr dankbar, da er mich zuverlässig auf meinem Weg durch dieses Leben trägt. Er hat mich nicht im Stich gelassen, auch in schweren Krankheiten nicht. Selbst als ich als Kind nah am Tod vorbei schlitterte – er trug weiter. Und gerade wieder hat er mich durch eine lange Krankheit getragen. Ich bin sehr dankbar, wie da steht, mich trägt, mehr und mehr Kraft aufbaut. Der Rest wird kommen.

Egal, ob jemand dick oder dünn ist, ob er rote oder braune Haare, X- oder O-Beine hat: Jeder Mensch ist schön und keiner hat es verdient, aufgrund seines Körpers (ab-)qualifiziert zu werden. Jeder soll den Körper haben dürfen, mit dem er sich wohl fühlt. Wenn er sich selber nicht wohl fühlt, dann kann er vielleicht etwas tun, das zu ändern (körperlich oder an der eigenen Sicht auf sich). Wichtig ist doch aber: Es ist dein Körper, es ist dein Leben, gefragt ist DEINE Bestätigung, nicht die von 100000 Leuten aus dem Netz.

#yoga #selflove #bodyimage #philosophie

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6 Kommentare zu „Selbst-Akzeptanz

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