Schlacken – alles nur erfunden?

Eigentlich ist unser Körper ein Wunderwerk. Er reguliert sich selber, indem er heizt, wenn es kalt ist, für Ausgleich sorgt, wenn es heiss ist. Tagtäglich erneuert er Zellen, er schafft es, Nahrung in Mikroteilchen zu zerlegen, die nötigen Stoffe an ihre Zielorte zu führen und den Rest auszuscheiden. Während die Alternativmediziner schon lange von Schlacken sprechen, die sich im Körper festsetzen, und dazu auffordern, diesen regelmässig zu entgiften, schwor die Schulmedizin auf die Selbstorganisation des Körpers und negiert das Vorhandensein solcher Abfallstoffe im Körper. In den letzten Jahren kam es langsam zu einem Umdenken. Zwar ist der Körper in der Tat eine sehr effiziente und im Grunde selbstheilende Maschine, aber wir zwängen ihn in ein Leben, mit dem er nicht mehr mitkommt.

Wunderwerk Körper

Grundsätzlich ist unser Körper eine Wundermaschine, wie ihn die Medizin auch biologisch sieht: Durch ausgeklügelte (wie man denken möchte, in Tat und Wahrheit sind es biologische Gegebenheiten, die sich den Anforderungen angepasst haben) Mechanismen versteht er es, Stoffe – aus Nahrung, Luft und anderem – aufzunehmen, das Brauchbare herauszunehmen und an die Stellen zu schicken, wo es zum Einsatz kommt, den Rest auszuscheiden. Allerdings muten wir diesem Wunderwerk immer mehr zu.

Stress und Hektik lassen uns kaum durchatmen, wir essen kurz ein Brot über die Gasse zwischen zwei Terminen, sitzen sonst mehrheitlich im Stuhl und entspannen nicht in der Natur oder durch Einkehr, sondern mit einem Glas Wein und einer Zigarette. Und damit haben wir den besten Nährboden für Schlacken geschaffen: Alkohol, Nikotin, Stress, mangelnde Bewegung und Entspannung sowie falsche Ernährung lassen den Darm träge werden, lassen Gefässe langsam verkalken und überlasten die Nieren und die Leber.

Zuviel ist zu viel

Ein Zuviel auf allen Ebenen belastet. Informationen, Sinneseindrücke, Emotionen, Anforderungen, (Umwelt-)Gifte – alles prasselt auf uns ein und hinterlässt Spuren. Diese Spuren sind nicht nur im Körper zu finden, sondern auch im Geist. Damit nicht genug: Die Spuren im Geist wirken sich auf den Körper aus, die im Körper auf den Geist. So kann eine mangelhafte Verdauung nicht nur Bauchschmerzen auslösen, sondern Auswirkungen auf die Haut, die Psyche und die Stimmung haben. Umgekehrt schlagen Angst, Stress und Trauer nicht nur sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes oft auf den Magen.

Detox – mehr als ein Modewort

Man kann es kaum mehr hören, weil es in aller Munde ist: Detox. Was so spritzig daherkommt, ist nicht neu. Sogar die Medizin kannte es. Unter dem Begriff Umstimmung wurden verschiedene Methoden erwähnt, welche die natürlichen, körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungsregulationen stärken sollten. Dass diese Methoden ab dem 19. Jahrhundert nur noch stiefmütterlich in der Fachliteratur vorkommen, mag vielerlei Gründe haben, einer davon sind sicher die Erfindungen im pharmazeutischen Bereich. Während in der östlichen Medizin die althergebrachten, natürlichen Verfahren immer noch hoch im Kurs waren, man denke an Ayurveda oder auch die Traditionelle Chinesische Medizin, setzte man in der westlichen Medizin auf allopathische Mittel. In den letzten Jahren macht sich langsam eine Kehrwende bemerkbar.

Erfahrung bringt mehr als tausend Studien

So oder so: Es mag noch so viele Studien geben, welche die Wirkung des einen oder anderen Modells belegen. Was schlussendlich zählt, ist das Gefühl des einzelnen Menschen. Wenn der sich nach einer Behandlung gut fühlt, gestärkt und mit neuer Energie aus ihr hervorgeht, dann ist das die Wirkung, die erzielt werden sollte. Und darauf kommt es an.

Werde dein eigener Erforscher

Dazu ist sicher gut und wichtig, sich über den eigenen Körper bewusst zu werden, wahrzunehmen, wie es ihm geht, wie er sich anfühlt, wo es zwickt, wo die Unwohlsein-Stellen sind. Wenn man feststellt, dass nach der Einnahme bestimmter Nahrungsmittel der Bauch immer gebläht ist, wäre die einfachste Lösung, diese einfach wegzulassen. Oft schauen wir aber nicht genau hin, sind zu wenig achtsam mit uns und unserem Körper. Wir nehmen zwar die Blähungen wahr, schlucken ein entblähendes Mittel und leben wie gewohnt weiter. Auf Dauer wird das nicht helfen, der Körper wird sich Mittel und Wege suchen, sein Anliegen deutlicher zu machen. Die Beschwerden werden dann noch plagender, die notwendige Hilfe dringender und meist umständlicher. Besser wäre es also, mit mehr Achtsamkeit sich und seinem Körper zu begegnen, um die Ursachen des Unwohlseins möglichst früh zu erkennen.

Keine Zeit für eine Detox-Kur?

Wer nun denkt, dass dies alles gut und schön sei, man auch gerne was gegen die ungesunden Lebensmuster machen möchte, aber einfach keine Zeit für eine aufwändige Kur habe, dem sei gesagt: Es gibt keine Ausreden. Mehr Achtsamkeit und ein paar Umstellungen im Alltag können schon wahre Wunder bewirken. Die Mittel dazu sind eigentlich einfach:

  • eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die für eine Zeit den Schwerpunkt auf entschlackende Zutaten setzt
  • mehr Bewegung
  • mehr Entspannung
  • Atemübungen
  • (Selbst-)Reflexion

Mit ein wenig Übung lassen sich diese Hilfsmittel in den Alltag integrieren und helfen, nach und nach zu mehr Klarheit, Zufriedenheit, Gelassenheit und Wohlgefühl zu kommen. Nicht umsonst heisst es, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnt. Der letzte Punkt unserer natürlichen „Heilmittel“, die Selbstreflexion, deutet dabei schon darauf hin, dass auch auf geistiger Ebene eine Entschlackung stattfinden muss, da ein gesunder Geist auch hilft, den Körper gesund zu halten.

 

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Ein Kommentar zu „Schlacken – alles nur erfunden?

  1. Unsere Gewohnheiten machen es uns oft schwer
    eingefahrene Pfade zu verlassen und neue Wege zu beschreiten.

    Im weitesten Sinn ist unser Körper vergleichbar mit einer großen Reparaturwerkstatt, permanent ist er dabei alles wieder ins Gleichgewicht zu bringen, Verletzungen zu heilen, Missverhältnisse auszugleichen, sich neu zu generieren und neu aufzubauen damit er gut weiter leben kann.
    Nur ist auch jede noch so gute Reparaturwerkstatt, die 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang in Anspruch genommen wird, irgendwann überlastet.
    Sie kann den Anforderung und Überforderungen nicht mehr standhalten und genügen. Sie kollabiert unter der permanenten Leistung, die sie erbringen muss.
    Doch wollen wir es nicht soweit kommen lassen, müssen wir uns unserer Gewohnheiten bewusst stellen und sie gegebenenfalls ändern.
    Auch oder gerade wenn es uns schwerfällt.

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